CHRONIK

Roy Jasper’s Chronik von Dortmund-Oespel

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„Oespel im Wandel der Geschichte

– eine chronologische Zeitreise von 1125 Jahren“, Roy Jasper, Dortmund 2007, limitierte, nummerierte Auflage (ausverkauft!): Die 36-seitige Chronik verdeutlicht eindrucksvoll und detailliert in Wort und Bild die Geschichte des Oespeler Gebiets von der Jungsteinzeit bis heute.

1125 Jahre Oespel

Die älteste urkundliche Erwähnung Oespels datiert aus dem Jahre 882. Aber eigentlich, so beweisen es urzeitliche Funde, ist die Ansiedlung des Gebietes in und um Oespel wesentlich älter. Hier eine kurze Chronologie der Oespeler Geschichte:
Circa 4000 vor Christus: Erste Besiedlung des Oespeler Ortsgebietes in der Bronzezeit.

ca. 4000 v. Chr.

Erste Besiedlung des Oespeler Ortsgebietes in der Bronzezeit.

882

Im „Urbar“ des Klosters Werden ist die Bauernschaft „uilla Tospelli“ (Dorf Oespel) belegt, in dem Tidbald vom Oberhof sowie Sebrath Pacht entrichten mussten. Die vermutliche Bedeutung stammt von tho+spel oder tho+spelen als „zum Spiel” oder „zur Gemeinschaft” (Kirchspiel) gehörig.

938

Kaiser Otto der Erste trägt seinen „Konflikt” um die Burg Dortmund gegen seinen Bruder Heinrich den Zweiten aus, Oespel gerät zwischen die Fronten.

1160

Durch Kaiser Friedrich Barbarossa wird das Gebiet zur Grafschaft Mark.

5.6.1288

Abspaltung vom Erzbistum Köln in der Schlacht von Worringen.

1315/16

Ein großer Teil der Bevölkerung stirbt in der größten Hungersnot im Mittelalter.

11.5.1357

Gobele de Tospele, Vrygrafe van Lymburg, ein Edelknappe von adeliger Abstammung, und seine Gemahlin Cunigund siedeln in Oespel an. Seiner Präsenz verdanken wir unser Wappen, das „Oespeler Schragen“.

Oespel - Logo Original

 

1362

Gobele tätigt einen Verkauf gegenüber Herman von Witten, Gerdes Sohn.

1367

Gobele de Tospele hat den Freyenstuhl zu Baukum als Vrygraf inne.

1380

Zum Gut „up dem Myddeldorpe” gehören Äcker, 24 Scharen Brennholz in der Oeverscheidt und das Recht, 18 Schweine zur Mast in die Mark Tospele zu treiben.

21.2.1388

Beginn der Dortmunder Fehde, eine kriegerische Belagerung der Grafen von der Mark gegen Dortmund (bis 20.11.1389).

19.7.1388

Ein Sonntag, Oespel wird von Dortmunder Soldaten überfallen.

1394

Nach Vereinigung der Grafschaft Mark mit dem Herzogtum Kleve gibt es immer wieder Auseinandersetzungen und Bruderkriege.

1419

Brandschatzung Oespels durch die Bürger von Hamm unter Adolf IV.

1486

Im Schatzbuch der Markgrafen „Schlatboik in Mark” werden in der Gemeinde Tuspell 13 große und acht kleine Höfe eingeschätzt, die Abgaben entrichten müssen: Unter anderem Schult, Pasman, Greve, Osterman, Bockholt und Wulff.

1512

Die Grafschaften, Herzogtümer und Veste gehen in den Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis auf.

1609

Die Umwandlung des Namens zu Oespel erfolgt mit dem Aufgehen der Grafschaft Mark in Brandenburg-Preußen.

1618–1648

Der 30-jährige Krieg: 1628 plündern kaiserliche Truppen Stockum und fallen in Oespeler Höfe ein. Immer wieder werden Belagerungen und Gewalttaten durchmarschierender Truppen verzeichnet: 1633 Schweden, 1634 Hessen (sie schleppen die Pest ein), 1635 Holländer, 1636 Kaisertruppen, 1644 Schweden, 1645 Kaisertruppen.

1654

Eine Feuerstättenverordnung für das Oberamt Bochum weist in Oespel 29 Feuerstellen in 20 Höfen und Häusern aus. Weiterhin wird im Backhaus auf dem Overhoff ein „Feldwebel welcher Schul hält” genannt.

9.11.1666

Oespel wird in der Westfälischen Grafschaft Mark dem Hördischen Kreis zugeordnet. Erste Kohlefunde werden im Dorney nachgewiesen. Im Sterberegister der evangelischen Kirche Lütgendortmund sind zwei Todesfälle zu finden.

1735

Der Oespeler Schulmeister Kaspar Heinrich Kellermann teilt sich im Schulhaus die Wohnung mit dem Sauhirten.

1741

Peter Wupper wird im Schulhaus Lehrer. Danach sind über 100 Jahre mehrere Generationen der Familie Wupper Lehrer.

19.2.1755

Die „Spezifikation der Kohlzechen“ erwähnt in Oespel erstmals eine Tagebauzeche namens „Gute Hoffnung im Steinberge“. Betreiber waren „Bockholt zu Oespel und Consorten“.

25.4.1757

Einquartierung französischer Truppen im siebenjährigen Krieg, die Felder verwüsten und großen Schaden anrichten.

1771

Kaiser Friedrich der Große genehmigt die Teilung der Oespeler Markenwälder, um größere Einkünfte zu erzielen.

1806

Das Gebiet wird durch napoleonische Truppen belagert.

7.7.1807

Der Frieden von Tilsit beinhaltet das Gesetz der Bauernbefreiung von der Gutsuntertänigkeit. Oespel wird dem Königreich Westfalen einverleibt: Großherzogtum Berg, Departement Ruhr, Arrondissement Dortmund.

12.11.1813

Nach Rückeroberung durch Preußen rücken russische Kosaken und preußische Truppen in das Gebiet ein.

30.4.1815

Das Gebiet wird zur Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Arnsberg, Landkreis Dortmund, Bezirk Lütgendortmund ernannt.

1826

Die Gemeindekarte Oespels im „Urkataster” zeigt eine Besiedlung von circa 50 bis 60 Häusern mit 350 Einwohnern. Den Grundriss des Dorfes bildet ein Viereck von Borussiastraße, Schultenhof, Overhoffstraße bis zur Linnert.

1851

Der Bürger-Schützen-Verein Oespel-Kley wird gegründet, erster Schützenkönig wird der Kleyer Gutsherr Wilhelm Tönnis.

1856

Errichtung der Zeche Borussia (ab 1911 Zeche Oespel). Da der Hauptschacht sich näher an Kley befindet, entstehen Bergmannssiedlungen auf Kleyer Gebiet. In Oespel werden nur einzelne Bergmannskotten gebaut. Zeitgleich bekommen die Zechen eine Anbindung an das Eisenbahnnetz und neue Bürger siedeln sich im Bereich zwischen den Zechen an (heute noch als „Station” bekannt).

1870

Der Wald an der Oeverscheidt wird abgeholzt, da die Zeche Holz für die Stollenabstützungen benötigt.

1875

Bau der Wilhelmschule mit vier Klassenräumen und zwei Lehrerwohnungen gegenüber des alten Schulhauses.

1885

Auf einem Feld der Bockholts wird der Oespeler Friedhof errichtet.

1886

Oespel wird zu selbständigen Gemeinde.

1894

Bau der Borussiaschule an der Borussiastraße (heute südliche Auffahrt der B1).

1897

Das „Preußische Gemeindelexikon, Provinz Westfalen“ weist für Oespel eine Fläche von 472,7 Hektar aus.

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Vollwappen Oespels nach Modifikation des Wappenschildes zu Anfang des 20. Jahrhunderts.

 

30.4.1901

Grundsteinlegung für die ev. „Oespeler Kapelle“ gelegt, die am 29.7.1902 eingeweiht wird.

15.4.1902

Einrichtung der katholischen Kirchengemeinde.

1.4.1904

Durch Beschluss des Kaisers werden die konfessionell gebundenen Schulsozietäten aufgelöst.

10.7.1905

Ein schweres Brandunglück auf der Zeche Borussia führt zur zeitweisen Stillegung und tötet 39 Bergleute.

1906

Die Schächte III/IV der Zeche Oespel II in der Oespeler Heide nehmen die Förderung auf.

30.6.1907

Einweihung der katholischen Herz-Jesu-Kirche an der Engelbertstraße.

15.8.1907

Eigenständige evangelische Kirchengemeinde Oespel-Kley.

Juni 1908

Gründung des SuS Oespel-Kley, der erste Sportplatz befindet sich neben dem 1901 errichteten „Kaisersaal“.

1910

Die „Freiwillige Feuerwehr Oespel" wird gegründet und auf dem Schulplatz ein Spritzenhaus errichtet.

ab 28.7.1914

Der 1. Weltkrieg fordert bei der Bevölkerung Oespels zahlreiche Opfer durch Schlachten und Hungersnot.

Januar 1917

Im „Steckrübenwinter" kommen Städter zu Hamsterfahrten nach Oespel, um bereits abgeerntete Felder abzusuchen.

1920

Die katholische Gemeinde wird zur Pfarrei erhoben und eine Schwesternstation durch Franziskanerinnen eingerichtet.

Januar 1923

Ruhrbesetzung durch französische Truppen. Bauernhöfe werden beschlagnahmt, Lohnfortzahlungen verhindert.

1923

Als Turn- und Sportgruppe der katholischen Gemeinde wird der DJK TuS 23 Oespel-Kley gegründet.

2.10.1924

Abzug der Franzosen, ab 1926 wird in der Mergelkuhle im Dorney ein Platz für Freilichtspiele und Feste angelegt.

1927

Im Gemeindehaus der evangelischen Kirche werden ein Kindergarten und eine Hausarbeitsschule eingerichtet.

1.4.1928

Oespel wird in die Stadt Dortmund eingemeindet, zahlreiche Straßennamen werden geändert, da diese bereits in Dortmund vorhanden sind. 50 Hektar im Bereich Station und Zeche Oespel I werden Kley zugewiesen.

1929

Der Oespeler Bach wird eingedämmt, der am Schultenhof zutage tritt und in nördlicher Richtung verläuft.

ca. 1930/31

Das große Paßmannsche Gut am Oespeler Dorney wird aufgegeben und zur Schweinemastanstalt umfunktioniert.

1935

Am Eingang zum Dorney wird das Mahnmal zu Ehren der gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs errichtet. Der Veranstaltungsplatz für Freilichtspiele wird für „Leibesübungen“ zum Sportplatz umgerüstet.

ab 1936

Südlich des Ortes entsteht eine sogenannte Ley-Siedlung, ein Siedlungstyp mit zentralem Dorfplatz für Arbeiter und Beamte.

ab 1.9.1939

Auch Oespel bleibt im Zweiten Weltkrieg nicht verschont von Bombardements, direkten Opfern und gefallenen Soldaten.

4.6.1941

Ein Tieffliegerangriff fordert zehn Todesopfer. Die Bürger suchen im Luftschutzbunker der Zeche Oespel II Zuflucht.

1.+12.12.1944

Die evangelische Kirche, Pfarrhaus, Gemeindehaus und die Wilhelmschule werden bei Luftangriffen stark beschädigt.

10.4.1945

Nach starkem Artilleriegefecht nehmen amerikanische Truppen Oespel ein und plündern Wertgegenstände.

13.4.1945

Mit Ende des Zweiten Weltkriegs bemühen sich die Alliierten, ausländische Zwangsarbeiter der Zechen zurückzuführen.

7.6.1945

Die Amerikaner ziehen ab, Engländer übernehmen die Besatzung, Oespel wird zur Kriegsgefangenschaft überstellt.

1946

Dürftige Ernteergebnisse und ein viel zu früher Wintereinbruch sorgen ab November für den „Hungerwinter“. Oespeler Bürger nehmen Obdachlose auf. Teilweise leben bis zu vier Familien unter einem Dach.

1948

Der Wiederaufbau erfolgt vielfach in Eigenleistung. Der „Kaisersaal“ wird zum Lichtspielhaus umgebaut.

8.7.1950

Richtfest des ersten von 73 Siedlungshäusern. Die Siedlung wird in Selbst- und Nachbarschaftshilfe weiter ausgebaut, die benötigten Steine selbst gegossen.

1953

Unter Beifall Schaulustiger wird das Kupferkreuz mit einem Hubschrauber auf die evangelische Kirche aufgesetzt.

1954

Der Westflügel der Oespeler Schule wird wieder aufgebaut.

1955

Mit Ausbau der B1 werden die Höfe Paßmann und Feldmann aufgegeben. In den kleinen Paßmannschen Hof (gegenüber Schultenhof) kommt eine Schreinerei, der Feldmannsche Hof (Pestalozzistr.) wird beim S-Bahn-Bau abgerissen.

1957

Das letzte Haus wird nach drei Bauabschnitten bezogen.

Mit dem Ausbau des katholischen Gemeindezentrums an der Engelbertstraße entstehen ein Kindergarten und ein Jugendheim.

30.9.1962

Als letzte Bergwerke von vieren auf Oespeler Gebiet werden die Zechen Oespel und Oespel II stillgelegt.

1963

Auf dem Gelände des großen Paßmannschen Guts erweitert das CJD das 1951 erbaute „Jugenddorf“.

1965

Nach Fertigstellung der Echeloh-Siedlung in Kley 1963/64 entsteht im Grenzgebiet die Hauptschule.

1967

Es erfolgt der Landkauf für die A45, die bereits drei Jahre danach für den Verkehr freigegeben wird.

1969

Auf dem Gelände der Kolonie Borussia erwächst mit dem „Indupark” ein Gewerbegebiet mit überwiegend Einzelhandel.

15.5.1971

Die Pfarrkirche „Christus unser Friede“ wird konsekriert, Baubeginn war 1968. Die Herz-Jesu-Kirche wird seitdem Zug um Zug bis zum Jahre 1998 an die serbisch-orthodoxe Diözese abgetreten.

1975

Der Bau der S-Bahn-Trasse (Inbetriebnahme am 23.9.1983) als Hochbahn auf Betonstelzen teilt den gewachsenen Ortskern. Zahlreiche Gebäude müssen den Baumaßnahmen weichen.

7.12.1975

Nach genau einjähriger Bauzeit wird der neue evangelische Kindergarten eingeweiht.

1979

Bau des Bildungswerks und der Aula des Jugenddorfes, sowie der Altenbegegnungsstätte an der Kleybredde. Durch den neu gegründeten Tennisclub Oespel-Kley entsteht an der Borussiastraße eine Tennisanlage mit Halle.

24.4.1982

Der Dorney-Sportplatz (renoviert 1987) bekommt seine lang ersehnte Flutlichtanlage.

12.9.1982

Anlässlich der 1100-Jahr-Feier Oespels wird am Dorfplatz die „Oespeler Steele“ durch den BSV-Oespel-Kley übergeben.

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Oespels nach zeitgemäßer Stilisierung des Wappen-
schildes zur 1100-Jahr-Feier Oespels 1982

 

6.5.1985

Eröffnung des Technologiezentrums angrenzend an den Oespeler Osten.

6.3.1996

Einweihung des neuen katholischen Kindergartens.

Mitte der 90er

Erweiterung des Dorneys in östliche Richtung durch Aufforstung mit schnell wachsenden Pionierbaumarten.

Ende der 90er

Mit Ausbau der Brennaborstraße verschwindet der zunehmend stärker werdende Durchgangsverkehr im Ortskern.

1.8.1997

Das 65 Meter hohe Windrad „Airwin“ am Steinsweg nimmt seine Arbeit auf.

1999

Der Wulffshof wird aufwendig restauriert und als exklusives Bürogebäude umgebaut.

2000

Eine archäologische Sondierung des neuen Siedlungsgebietes am Steinsweg/Ewald-Görshop-Straße erbringt den Nachweis einer Siedlung aus der Eisenzeit, wird aber nur als „archäologische Verdachtsfläche“ gekennzeichnet. Die Ausgrabungen werden Mitte Juni beendet.

25.5.2002

Anlässlich des 100jährigen Bestehens der katholischen Kirchengemeinde wird das „Haus der Begegnung“ eingeweiht.

2004

Ein Flächennutzungsplan weist den Dorneywald mit einer Fläche von 40,4 Hektar als Naturschutzgebiet aus.

8.12.2004

Nach Einwänden Oespeler Bürger und Bodengutachten zu Methanaustritten und Bergsenken wird mit den Arbeiten an der neuen Siedlung, die Straßennamen wie Rhönweg, Eifelweg und so weiter führen wird, begonnen.

Sept. 2005

Die neue Festwiese zwischen Brennaborstraße und Schultenhof wird mit dem Schützenfest erstmalig genutzt.

16.3.2007

Ein Neubau der Grundschule Oespel-Kley an der Kleybredde ist ausgeschrieben. Er soll bis Juni 2008 fertig gestellt sein.

9.12.2007

Erstes offizielles Hissen der neuen „Oespeler Flagge“.

26.07.2008

Jahrhundertgewitter überschwemmt innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Straßen und Keller in Oespel.

August 2008

Einweihung der neuen Oespel-Kleyer Grundschule